Der Spiegel, November 13, 2015

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Auf der Suche nach der verlorenen Musik


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  Thomas Hüetlin

Sein erstes Album veröffentlichte der britische Musiker Elvis Costello 1977. Es machte ihn weltberühmt. Heute hat die Popwelt ihn fast vergessen. Er hat es so gewollt.

Gewöhnliche Rockstars tragen gern auch im Alter noch Jeans und T-Shirt und dazu einen Bauch. Elvis Costello allerdings ist jetzt 61, er hat einmal gesagt, dass er sein Leben lang im Anzug zur Arbeit gegangen sei, und so ist es auch an diesem Oktobermontag, als er die Tür zu seiner Suite im Hamburger Park Hyatt öffnet: im Anzug, schwarz, dazu ein Strohhut. Ein kurzer Blick, ein kleines Schmunzeln. "Wenigstens", sagt er, "passen die Krawatten zueinander."

Es gibt Leute, die ihn für eine Ausnahmeerscheinung halten. Für einen Helden. Für einen großartigen Musiker, der seit fast 40 Jahren großartige Musik macht. Ein paar Jahrgänge des vergangenen Jahrhunderts verehren Elvis Costello wie einen Gott. Er war ein Idol ihrer Jugend und ist es auch jetzt, wenn die grauen Haare kommen. Trifft man einen Gott, bindet man sich die Krawatte um.

Seine Karriere begann Costello in den wilden Tagen des Punk in London, aber weil er irgendwann unterwegs aus dem Blickfeld geriet, ist er heute für die nachkommenden Generationen ein Unbekannter, auch wenn die jetzt die gleichen großen schwarzen Nerdbrillen tragen wie Costello damals, als er anfing.

Rund 30 Studioalben hat Costello seit 1977 veröffentlicht, dazu einige Liveaufnahmen. Er drängte sich nie durch offenherzige Bekenntnisse in die Medien, sondern hat Distanz gewahrt. Seine Karriere ist ein großes Rätsel. Nun bringt er seine Autobiografie heraus, sie füllt fast 800 Seiten: "Unfaithful Music"(*).

Er schlägt einen anderen Ton an, als es Bücher dieses Genres normalerweise tun. Keith Richards hat in seiner Autobiografie aus seinem Leben ein Roadmovie gemacht, das von einem halben Jahrhundert Sex, Drugs und Rock 'n' Roll erzählt. Bei Costello gibt es nur Musik. Musik, die ihm, genauso wie seinem Vater und Großvater, half, der irischstämmigen Unterschicht in England zu entfliehen. Costello erzählt nicht linear, er lässt sich von ein paar Songs treiben, Anekdoten, Betrachtungen, Reflexionen. Costellos Buch liest sich wie eine sehr ernsthafte und manchmal komische Recherche darüber, was dieses Leben zusammengehalten hat: die Suche nach der verlorenen Musik.

Es ist auch die Geschichte eines Mannes, der die Musik des Teufels, wie Rock 'n' Roll früher oft gescholten wurden, spielte, eines Mannes, der darin seine Leidenschaft und Berufung fand, der durch seinen Aufstieg zum Popstar beides zu verlieren drohte und die Notbremse zog. Eines Künstlers, der sich und seine Musik rettete, weil er nicht bereit war, seine Leidenschaft dem bedingungslosen Erfolg zu opfern.

Allerdings darf man Costello nicht dumm kommen. Das mag er nicht. Ein BBC-Programmverantwortlicher sagte einmal zu ihm gönnerhaft: "Sie hätten natürlich viel mehr Hits haben können, wenn Sie die ganzen Septimenakkorde und Mollakkorde rausgenommen hätten." Costello schreibt, er hätte wohl noch mehr Hits gehabt, wenn er die ganze Musik und den größten Teil der Texte rausgenommen hätte. "Einen Hit zu haben ist die einfachste Sache der Welt. Einen Hit zu haben mit einem guten Song, das ist schwer", sagt er an diesem Vormittag in Hamburg.

Elvis Costello ist so etwas wie der inoffizielle Museumsdirektor der populären Musik, eine menschliche Enzyklopädie, die alles weiß über die Spielarten des amerikanischen Bluegrass in den Fünfzigerjahren. Einer, der genau verorten kann, wo das Mikrofon vor dem Schlagzeug stand bei den Aufnahmen der Soullegende Al Green im Memphis der Siebzigerjahre. Einer, der sich wirklich dafür interessiert, wann und wo Nelson Riddle das Arrangement für Frank Sinatras Version von Cole Porters "I've Got You Under My Skin" schrieb.

Costello kann davon nächtelang erzählen. Aber er kann sich auch einfach hinstellen und die Songs aus dem Stegreif spielen. Er ist die Sorte Musiker, die sich die Superstars auf die Bühne holen, wenn die Luft dünn wird. Paul McCartney wollte unbedingt, dass Costello singt, als er im Weißen Haus von Obama geehrt wurde.

Costello hätte selbst ein Superstar werden können, er hatte das Talent und die Energie dazu, er hatte auch den Erfolg anfangs, aber er hat sich anders entschieden. Er war irritiert von den vielen Mädchen auf seinen Konzerten, die nur den letzten Hit kannten und dann den Rest der Musik mit einem Kreischen zudeckten. Er mochte auch nicht, was der Ruhm und die dauernde Aufmerksamkeit mit ihm machten. Vor allem aber ging ihm auf die Nerven, dass er immer weniger Zeit für das hatte, was ihn immer angetrieben hatte. Nicht Geld, nicht Macht, nicht Sex, sondern Musik.

Costello ist ein Mann auf der Suche geblieben, einer, der sich inspirieren lässt von Robert Schumann und plötzlich einen Zyklus mit klassischen Liedern schreibt, nach Nashville abtaucht, um mit fünf Countrymusikern namens Sugarcanes aufzunehmen, oder einfach seinen Freund David Letterman, den Late-Night-Moderator, vertritt, während der im Krankenhaus eine Herz-OP hat.

In der Popwelt, die von Außenseitern bevölkert wird, die irgendwann zu Insidern mit Bauch unterm T-Shirt werden, ist Costello ein Außenseiter geblieben. Einer, der sich die Freiheit bewahrt, interessiert zu sein und unberechenbar und ironisch.

Der größte Hit seiner Karriere, sagt er an diesem Morgen in Hamburg, sei übrigens der Song "She", eine Coverversion eines Charles-Aznavour-Songs von 1974, den er für den Soundtrack der Kinoromanze "Notting Hill" aufgenommen hat. "Ein Land wie Südkorea hätte ich ohne diesen Song nie kennengelernt", sagt Costello. "Die wollen nur ,She' hören." Hunderte Songs geschrieben, in der Branche bewundert und verehrt, aber, wenn er in Seoul aus dem Flugzeug steigt, kreischen alle "She", weil zu diesem Song Hugh Grant die damals schönste Schauspielerin der Welt geküsst hat.

Costello mag solche Geschichten, die tragisch und komisch zugleich sind. Angelsachsen nennen das bittersweet. Als ihn das Glamourmagazin "Vanity Fair", auf dessen legendären Oscar-Bällen Costello eine Institution ist, bat, 500 Songs für ein glückliches Leben aufzulisten, war keine einzige Komposition von ihm selbst dabei. Ist das auch bittersweet?

"Nein, das ist etwas anderes. Man nennt es Bescheidenheit."

Das Leben von Elvis Costello ist die Geschichte von Kampf und Muse. Muse, weil sein Vater als Sänger und Trompeter des Joe Loss Orchestra früh die neuesten Platten von Glenn Miller, Frank Sinatra und Dizzy Gillespie mit nach Hause brachte, um die Songs einzuüben, und so dem Einzelkind nebenbei eine musikalische Erziehung der Extraklasse zugutekommen ließ. Kampf, weil dieses Einzelkind von seinem Äußeren und seinem Sozialverhalten wenige Voraussetzungen mitbrachte, im Licht der Bühne zu stehen. Ein Einzelgänger, der sich schwertat, Freundschaften zu schließen.

"Hinzu kommt", schreibt Costello in seiner Autobiografie, "dass ich mit dem Gesicht eines Messdieners gesegnet, wenn nicht verflucht war. Zugegebenermaßen gehörte ich nicht zu denen, die gefragt wurden, bei einer Hochzeit Altardienst zu leisten, sondern war eher der Typ, der aus dem Unterricht gezerrt wurde, weil man gerade jemanden brauchte, um das Weihrauchgefäß bei Beerdigungen zu schwingen."

Die Scheidung der Eltern, ein Umzug mit der Mutter vom funkelnden London ins arme Liverpool ließen es noch einsamer um den Jungen werden. Er rettete sich in Tagträumereien, schrieb leise, introvertierte Songs und trat damit in Gewerkschaftsklubs und Fabrikkantinen auf. 50 Pence brachte ein Engagement, oft vor Rentnern, die alkoholarmes Bier tranken. Einmal kam ein Teenagermädchen an die Bühne und fragte: "Kennt ihr irgendwas von Slade?", einer jenen knallbunten, lauten Proll-Glamrock-Bands, die damals die Charts regierten.

Zurück in London, heiratete Costello eine Jugendfreundin und zog in eine kleine Wohnung in dem Haus, in dem er aufgewachsen war. Alles ziemlich eng, dazu wurde er Vater. Das Geld verdiente er als Datentypist in der Kosmetikfirma Elizabeth Arden. Wenn sich eine der besseren Damen der Londoner Gesellschaft den Oberlippenflaum entfernen ließ, brachte Costello die Rechnung auf den Weg. Ray Davies von den Kinks hat das in einem Song mal so beschrieben: "What are we living for? / Two-roomed apartment on the second floor".

Aber Costello war nicht Ray Davies. Niemand kannte ihn. Costello komponierte seine Songs, darunter den späteren Klassiker "Alison", nachts in der Küche, leise summend, damit er Frau und Kind nicht weckte. Wenn er auf das Bier und das Käsebrötchen zum Lunch verzichtete, rechnete er sich aus, könnte er alle vier bis fünf Wochen ein neues Album seiner Lieblingskünstler kaufen, Alben von Randy Newman oder Bob Dylan.

Die Stimmung draußen auf den Straßen Londons war ganz anders als in der engen Küche der Kleinfamilie Costello. "God save the Queen / The fascist regime" höhnten junge Männer wie Johnny Rotten von den Sex Pistols. Aufruhr, Wut, Entfremdung, das alles drückte sich aus in einer Musik, die Punk genannt wurde.

Costello, der Mann mit der kleinen Wohnung, hielt das alles für Quatsch, und er tut es noch heute. Damals schleppte er seine Gitarre ins Büro und schrieb abends den Song "(I Don't Want to Go to) Chelsea". Ich will nicht nach Chelsea, ins schicke Chelsea, wo der Chefideologe des Punk, Malcolm McLaren, 1974 seine Boutique mit dem Namen "Sex" eröffnet hatte und wo es Latexhosen und Handschellen zu kaufen gab.

Die Aircondition brummt, das Fünfsternegebäck ist unangetastet in der Hamburger Hotelsuite, die so deutsch ist und staubfrei. Elvis Costello schaut nicht mehr so höflich. Er reckt den Hals nach vorn wie eine Schildkröte, die bereit ist, in den Krieg zu ziehen. Möglicherweise hielt er damals nicht so viel von Punk und von der Idee, künstlich zerrissene Klamotten zu tragen, oder?

"Ich war grundsätzlich misstrauisch und wütend", sagt Costello. "Und deshalb hielt ich so gut wie alles für oberflächlich und für eine Mode."

Eine der verrückten Wendungen in der Geschichte von Elvis Costello ist, dass er trotzdem Teil der Punkbewegung wurde. Er wurde der größte Freak in einer Bewegung von Freaks. Die anderen versuchten, cool zu sein, aber Costello kam daher wie ein durchgedrehter Streber. Der Klassenprimus mit der dicken Brille, dem jemand schlechtes Speed in den Kakao gemischt hat.

Der Chef seines Plattenlabels Stiff Records hatte ihm gesagt, dass sich kein Mensch für jemanden interessiere, der so aussehe wie damals Costello. Also bekam Declan MacManus einen neuen Namen und eine neue, riesige Brille.

"Es war ein Anti-Rockstar-Look", sagt Costello heute. Eine Anomalie im Geschäft. "Niemand hatte je so ausgesehen. Nicht einmal Buddy Holly. Der war nämlich eigentlich ein wohlgewachsener Texaner."

Die New Yorker "Village Voice" nannte ihn damals den " Avenging Dork", den rächenden Deppen. Wieder der Schildkrötenhals.

War das nicht ein Kompliment? Der niedliche Nerd als Rächer?

"Nicht dort, wo ich herkomme", sagt Costello. "Dort bedeutet dork einfach nur Vollidiot."

Die Rolle des wütenden Vollidioten nahm er trotzdem an, und manchmal erniedrigte er sich noch mehr, wenn er mit nach innen gedrehten Füßen vor den Kameras herumwatschelte. Lustig fanden ihn die Leute, einen kuriosen Kasper.

Warum tat er sich das an? Costello sagt, er habe Songs schreiben wollen, denn dazu hatte er mehr Talent als die meisten seiner Punkkollegen zusammengenommen. Wohltönende Dynamik kreieren, von Moll nach Dur und wieder zurück, die Rhythmuswechsel, die Bridge, die hohe Kunst englischen Songwritings seit den Beatles.

Sein erstes Album, "My Aim Is True", nahm er in 24 Stunden auf, das zweite, "This Year's Model", ein Meisterwerk, in neun Tagen. Als er seinem Label einen Besuch abstattete, sagte einer, es seien tausend Stück von seiner Platte verkauft worden.

"Letzte Woche?"

"Nein, heute."

Er musste trotzdem immer noch dummes Zeug mit seinen Füssen tun und in bescheuerten Anzügen auftreten. Die Taxifahrer von London sagten zu ihm: "Ich hab deinen Dad im Palais singen gesehen. Er war als Sänger verdammt noch mal besser, als du es je sein wirst."

Selbstironie. Bescheidenheit. Wenn Costello heute davon erzählt, klingt er fast wie Woody Allen. Tatsächlich war er längst ein Popstar. Das Geld, die Reisen, die Mädchen, das Fernsehen, der Alkohol, die blauen Pillen – das ganze Leben in Extrembeschleunigung brachte ihn bald durcheinander. Seine Ehe ging kaputt. Den jungen Mädchen in den Hotels machte er falsche Versprechungen. Es dauerte nicht lange, bis er diesen Typen, in den er sich verwandelt hatte, nicht mehr leiden mochte.

Die Leere bekämpfte er mit noch mehr Affären, noch mehr Gin und Whisky, noch mehr blauen Pillen, und dann kam dieser Abend im März 1979 in einem Holiday Inn in Columbus, Ohio, und alles brach zusammen. An der Bar des Hotels war der vermeintliche Punk Costello mit dem vermeintlichen Hippie Stephen Stills in Streit geraten. Man beleidigte sich, trank, warf mit immer neuen, wüsteren Beleidigungen um sich. Schließlich kritisierte Costello den Zustand der amerikanischen Musik, verfluchte James Brown als "jive-ass nigger" und Ray Charles als "blinden, ignoranten Nigger".

Dieser Zwischenfall beerdigte Costello in Amerika. Radiostationen strichen seine Platten von der Playlist, es gab eine peinliche Pressekonferenz in New York.

Wieder die Kopfbewegung einer Schildkröte, diesmal nur andersherum. Costello sinkt zusammen. Er schämt sich. "In gewisser Weise", sagt Costello, "hat mir dieser Vorfall das Leben gerettet."

Er hatte genug vom Fernsehrummel, von den Schlagzeilen der Boulevardzeitungen, vom schnellen Fix mit dem Ruhm.

In einem Secondhandladen in London kaufte er alle vorhandenen Singles des amerikanischen Labels Stax, sie inspirierten ihn zu seinem souligsten Album "Get Happy!!"

Mit dem darauffolgenden Album "Trust" widmete er sich der Vergangenheit seines Vaters, für "Almost Blue" ging er nach Nashville und nahm ein Album mit Countrysongs auf, was in der Zeit des New Wave so ziemlich das Uncoolste war, was man sich vorstellen konnte.

Er war einer der Ersten, der mit seinem Eklektizismus die Postmoderne in den Pop brachte. Er änderte den Blick, die Perspektive, den Diskurs. Auf einmal war es völlig in Ordnung, die Vergangenheit, die Punk noch verdammt hatte, wertschätzend zu plündern.

"Es ist die einzige Möglichkeit, damit sich neue Musik entwickeln kann", sagt Costello. "Man benutzt die Dinge, die man liebt, als Sprungbrett." Man imitiere die Vorbilder, spiele ihre Songs nach, bekomme es nicht ganz hin, und daraus entstehe etwas Eigenes.

In den Neunzigern nahm er Kammermusik mit dem bekannten britischen Brodsky Quartet auf, er schrieb einen Songzyklus für die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter, er formte mit den Imposters und den Sugarcanes neue Bands, er komponierte zusammen mit Burt Bacharach, dem Altmeister eleganten Hollywood-Songwritings.

Aber nichts hat ihm mehr bedeutet als das Lob, das er anlässlich eines Konzerts zum Gedenken an den 1964 erschossenen Soulsänger Sam Cooke bekam: Er durfte nach Solomon Burke und vor Aretha Franklin auftreten, zwei Giganten der schwarzen Musik. Es war mehr als ein Grammy oder ein Orden. Es war der späte Beweis dafür, dass die Beleidigungen, für die er sich nie entschuldigt hat, vergessen waren, aufgelöst in Musik.

Inzwischen ist er mit der Jazzsängerin Diana Krall verheiratet, die er 2002 bei der Grammy-Verleihung in Los Angeles kennengelernt hat. Sie wohnen in West Vancouver und in Manhattan und haben Zwillinge. Seit 20 Jahren hat er keinen Tropfen Alkohol getrunken. Manche Dinge gebe man auf, sagt Costello, weil sie einem nichts mehr bringen, er sammle ja auch keine Briefmarken mehr.

"Alkohol", sagt er, "hat in mir die Tendenz verstärkt, die Dinge in ein blaues, melancholisches Licht getaucht zu sehen. Es nahm Dimensionen an, die einfach unvernünftig waren."

Von den Hunderten Songs, die er geschrieben hat – wie viele davon sind das, was man "happy" nennen würde?

"Nicht viele", sagt Costello. "Ein paar lustige Songs und ein paar hoffnungsvolle, aber happy ist nicht mein Ding. Dafür haben wir Taylor Swift. Es wird immer jemanden geben, der einen happy Song singt."

Als sein Vater an Parkinson erkrankte und langsam den Verstand verlor, da hätten sie noch viel zusammen gesungen. Dem Vater habe das gefallen, dem Sohn nahm es die Angst. "Musik", sagt Costello und schiebt den Strohhut in den Nacken, "bleibt dir am längsten."

Er macht eine Pause. Schildkrötenpause.

"Musik und Whisky."

Whisky, schönes Wort, klingt wie Musik. Erst recht, wenn man seit 20 Jahren keinen mehr getrunken hat.

Unter den Punks wirkte er wie der Klassenprimus mit der dicken Brille und dem Speed im Kakao.

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Der Spiegel, November 13, 2015


Thomas Hüetlin interviews Elvis regarding Unfaithful Music & Disappearing Ink ahead of its publication in Germany as Unfaithful Music: Mein Leben.

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Photo by Markus Tedeskino.

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