Fair Audio, November 2013

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Fair Audio
  • 2013 November

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Music

Elvis Costello & The Roots | Wise Up Ghost


   Victoriah Szirmai
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Wenn sich das ehemalige New-Wave-Enfant-terrible Elvis Costello mit der Akustik-HipHop-Crew The Roots zusammentut, könnte dabei schlechtestenfalls etwas herauskommen, was man unter dem Namen „Crossover“ zu Recht fürchten gelernt hat. Bestenfalls entsteht eine Verbindung, wie sie erst kürzlich Giorgio Moroder mit Daft Punk oder Daniele Lupi mit Danger Mouse geglückt ist. Wirklich benennen kann man solch eine auf den ersten Blick unmöglich erscheinende Mixtur allerdings nicht mehr, denn in Wise Up Ghost steckt vom Streicherarrangement bis zur Twang-Gitarre alles drin. Auch Costello persönlich, der vom ouvre Burt Bacharacs über Country bis hin zur Klassik in schon nahezu jedem Genre gewildert hat, streicht hier die Segel: „Ich weiß nicht, welchen Namen ich dieser Musik geben soll. Es ist wie ein großer Hexenkessel, in den wir allerlei Pülverchen und Zaubertränke, Frösche und Finger hineingeschüttet haben.“

Dabei ist das Prinzip der auf dem legendären Blue Note Label veröffentlichten Platte im Grunde simpel: Ein alter Mann am Mikro gibt seine stets ein wenig zynischen Einsichten zum Besten, während hippe Jungs für den kickenden Groove sorgen. Letzterer ist auf Wise Up Ghost nicht nur omnipräsent, sondern auch vom Feinsten, versteht es Roots-Schlagzeuger Questlove doch, seinem Drumset derart tricky Beats zu entlocken, wie andere sie nicht einmal programmieren können. Gleich der Einstieg überzeugt: „Walk Us Uptown“ klingt ein bisschen wie der schleppende „Clint Eastwood“ der Gorillaz, erinnert aber auch an jene Frühphase Costellos, die vom Motown- und Stax-Sound geprägt war. Leider pendeln sich die folgenden Tracks auf einem recht einförmigen Level mit konstantem Klang und immergleichem Beat ein, was auf die Dauer in Langweile umschlägt. Erst die 6/8-Ballade „Tripwire“ sorgt endlich für Abwechslung, alldieweil ich sie für nicht sonderlich gelungen halte. „Stick Out Your Tongue“ mutet dagegen richtig cool an und ist nach dem starken Opener definitiv der erste Höhepunkt des Albums.

Come The Meantimes“ verströmt dezentes „Inner City Blues (Makes Me Wanna Holler)“-Feeling – wäre da nur nicht dieses Mikrowellen-Pling, das einen wahlweise aufspringen und in die Küche stürzen oder zum Telefon greifen lässt. Auch die jaulende Gitarre, die hier mehr als gently weept, muss eigentlich nicht sein. Sehr sexy dahingegen der stolpernde Groove und überhaupt alles am im Verlauf zunehmend hypnotischer werdenden „(She Might Be A) Grenade“. Ohnehin scheint die Platte jetzt beim Schlafzimmerteil angelangt zu sein: „Cinco Minutos Con Vos“ besticht nicht nur mit Mariachi-Bläsern und klassischem Crooning, sondern vor allem durch den Gastauftritt der betörenden La Marisol, im wirklichen Leben Leadsängerin der Mexikanisch-Amerikanischen Band La Santa Cecilia. Für dieses herrliche Duett muss man die Wise Up Ghost lieben!

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Fair Audio, November 2013


Victoriah Szirmai reviews Wise Up Ghost.

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Wise Up Ghost album cover.jpg

2013-09-13 Adresseavisen Photo 01 dc.jpg

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