Kulturwoche, June 9, 2009

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Secret, Profane & Sugarcane

Elvis Costello

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   Manfred Horak

Das 29. Album von Declan Patrick Aloysius MacManus alias Elvis Costello entstand in Zusammenarbeit mit T Bone Burnett und führt in die ländliche Musikhistorie Amerikas. Secret, Profane & Sugarcane ist der perfekte Soundtrack, wenn man in den Sonnenuntergang reitet.

Als Elvis Costello im Jahr 1981 sein sechstes Album Almost Blue veröffentlichte schrien Musikkritiker und Elvis-Fans erschrocken auf, handelte es sich dabei doch — im krassen Gegensatz zu seinen ersten fünf Alben — um ein puristisches Country-Schmalz-Konglomerat, vollgepackt mit Coverversionen mit Liedern von Hank Williams, Don Gibson, Gram Parsons, Merle Haggard, George Jones, Charlie Rich, Big Joe Turner, und wie sie alle hießen. Am Plattencover sah man ihn sich mit der Hand das Gesicht verdecken, vielleicht aus Scham und Trauer, dass nicht er diese Lieder schrieb. Fünf Jahre später, also 1986, war es aber dann soweit und Costello veröffentlichte sein zweites Almost Blue, diesmal unter dem selbstbewussten wie ironischen Titel King of America und (zwei Lieder ausgenommen) ausschließlich mit Eigenmaterial. Mit dabei war eine Riege von Top Musikern, von Jerry Scheff bis Jim Keltner — und als Produzent und Musiker war auch T Bone Burnett mit dabei. Dieses Album markierte für mich Costellos Zenit. Die majestätische Krone, die er am Cover zur Schau trug, passte ihm hervorragend und war vermutlich weniger ironisch als beabsichtigt.

An diese musikalische Leistung jedenfalls kam er in den Folgejahren nur noch mit einzelnen Liedern ran, nicht mehr allerdings in kompakter Form eines ganzen Albums (wenn, dann am ehesten noch mit All This Useless Beauty aus dem Jahr 1996) — bis, ja, bis er im Jahr 2004 das melodiöse und zutiefst emotionale Album The Delivery Man einspielte, das King of America in nichts nachsteht. Weitere sechs Alben später befinden wir uns im Jahr 2009, bei Secret, Profane & Sugarcane, das Costello wieder mit T Bone Burnett produzierte und instrumentierte, und somit dem King of America noch näher kommt als The Delivery Man.

Der größte Unterschied zum 1986er-Album: Bei den nun dargebrachten Songs wurde ausnahmslos auf Schlagzeug und Klavier verzichtet und anstelle des gekrönten Costellos sieht man einen schwarzen Raben und andere Illustrationen, die Stoßrichtung des Albums bestens wiedergebend. Eingesetzt wurden alle möglichen Gitarren (Gibson Century, Kay 161, Gibson J-50, Martin OM-45), Banjo, Mandolin, Dobro, Fiddle, Kontrabass, Fiddle und hie und da Akkordeon. Im Vordergrund stehen gültige Melodien und Harmoniegesang (Jim Lauderdale und Emmylou Harris) und natürlich die hervorragenden Texte von Elvis Costello. Ja, und mit "Changing Partners" gibt es auch wieder eine Cover-Version, "a simple number that I learned from an old Bing Crosby recording. It is likely to be the last dance at all our upcoming appearances," wie Elvis Costello ausrichten lässt. Zwei neue Versionen von Costello-Liedern, "Complicated Shadow" und "Hidden Shame" — beide finden sich auf All This Useless Beauty — gehören ebenso zum Kanon des vorliegenden Albums wie die Fokussierung auf den amerikanischen Kosmos in "Down Among the Wines and Spirits," "Red Cotton" oder "The Crooked Line," allesamt Herzstücke des Albums, so wie auch die Costello/Burnett-Nummer "Sulphur to Sugarcane." Die Textidee geht übrigens auf das Lied "I've been everywhere" von Geoff Mack aus den späten 1950er Jahren zurück, einem Nr. 1-Hit für Hank Snow, das später u.a. auch von Johnny Cash auf seinem zweiten Album aus der American Recording-Reihe reinterpretiert wurde. Costello darf sich für dieses Album wieder die Krone aufsetzen. Exzellentes Album. Höchstes Niveau.

It's not very far from Sulphur to Sugarcane
If I could find a piano
Here in Bloomington, Indiana
I would play it with my toes
Until the girls all take their clothes off
The women knock upon my door in odd and even numbers
But none of them as wild as I've discovered in Columbus
I gave up married women 'cause I heard it was a sin
But now I'm back in Pittsburgh, I might take it up again
Because they gargle with the finest champagne
They can't get the grape and the grain
It's not very far from Sulphur to Sugarcane

Musik: ******
Klang: ******



Tags: Secret, Profane & SugarcaneT Bone BurnettAlmost BlueHank WilliamsDon GibsonGram ParsonsMerle HaggardGeorge JonesCharlie RichBig Joe TurnerKing Of AmericaJerry ScheffJim KeltnerAll This Useless BeautyThe Delivery ManJim LauderdaleEmmylou HarrisChanging PartnersBing CrosbyComplicated ShadowsHidden ShameDown Among The Wines And SpiritsRed CottonThe Crooked LineSulphur To SugarcaneJohnny Cash

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Kulturwoche, June 9, 2009


Manfred Horak reviews Secret, Profane & Sugarcane.

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2009-06-09 Kulturwoche photo 01.jpg
Photo credit: Universal.


Secret Profane & Sugarcane album cover.jpg

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