Max, March 1994

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Max
  • 1994 March

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Elvis Costello


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   Britta Weitholz

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Es war einmal ein irischer Kauz, der sich den Künstlernamen Elvis zulegte. Fortan schrieb er viele grandiose Rocksongs, von denen einige weitaus populärere Kollegen nur träumen können. Ein Phänomen namens Costello. Ein lebendiger Widerspruch —auch mit seinem neuen Werk Brutal Youth (WEA).

Als 1976 ein blasser Junge mit Kassenbrille die vom Punk erschütterten Bühnen der britischen Insel betrat, war die Verwirrung groß. Seine schlecht sitzenden Anzüge standen im herben Gegensatz zum energetischen Rock, den der junge Musiker mit seiner Band The Attractions live spielte.

Am 25.8.1954 als Declan Mac Manus geboren, zupfte Elvis Costello in seiner Jugend lieber Gitarrensaiten, als die Schulbank zu drücken. Mit 16 verläßt er das enge Twickenham, zieht nach Liverpool und verdingt sich dort zunächst in einer Kosmetikfirma. Nebenbei komponiert er Songs und spielt in der Folk-Rock-Band Flip City. Erst als Ehemann und Vater erhält er 1976 seinen ersten Plattenvertrag. Aus Declan wird Elvis („Elvis Is King” heißt der erste Promotionslogan, zynisch und doppeldeutig), aus Mac Manus Costello (benutzte sein Vater, Ross Mac Manus, lange Zeit als Pseudonym für Big-Band-Auftritte). „Wer konnte denn ahnen, daß Elvis kurze Zeit darauf sterben würde. Wir waren gerade in den Staaten auf Tour, und das letzte, was ich wollte, war, als Leichenfledderer zu gelten."

Mit seinem gewollt schludriggeschniegelten Äußeren persifliert Costello kleine Vorstadtmusiker. Dann zertrümmert er wieder Instrumente, nervt Plattenpromoter und Journalisten, schafft sich durch provokante Äußerungen („Ray Charles ist ein blinder, ignoranter Nigger") Feinde. Der wandlungsfreudige Rock-Revoluzzer produziert fast jährlich ein neues Album und ändert dabei ständig seine musikalische Fahrtrichtung: R&B, Folk-Rock, Country, tragischer Gitarrenpop oder Klassik. Aus dem Nischendasein als Kritikerliebling vermag ihn keines der facettenreichen Werke herauszuholen. Elton John etwa hält ihn für den besten Rock-sänger Britanniens. „Wenn ich das Gefühl habe, daß meine Musik substanzlos geworden ist, höre ich sofort auf. Ich brauche keinen Applaus, bin kein Mann aus dem Showbusineß."

Nach der Heirat mit Cait O'Riordan, seiner zweiten Frau und Ex-Bassistin der Pogues, rührt Costello mit Mighty Like A Rose Fans zu Freudentränen, produziert mit dem klassischen Brodsky Quartet The Juliet Letters und versammelt anläßlich des neuesten Werkes wieder seine langjährigen Weggefährten The Attractions um sich. „Das Album sollte Brutal Youth heißen, also brauchte ich einige jugendliche Krawallmacher und holte The Attractions." Voll Energie schreit Costello den Blues, scheint sich mit jedem Song zu verjüngen. Das gitarrenlastige Brutal Youth hebt Costellos exzellente Songwriterqualitäten hervor — ehrlich, klar und kraftvoller, als jeder Punk seiner Jugend es hätte schreiben können.

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Max, March 1994


Britta Weitholz profiles Elvis Costello.

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