Music Scene, February 1987

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Music Scene

1981 March
1986 November
1987 February


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Elvis Costello

Wildes Ding

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  Jean-Martin Büttner

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Das kleine Teatro Cristallo in Mailand war zum dritten Mal voll besetzt, als Elvis Costello alias Napoleon Dynamite alias Declan Mac Manus alias The Little Hands Of Concrete durch das Publikum marschierte und dabei ein Akkordeon malträtierte. Auf der Bühne dann plüschige Nightclub-Atmosphare mit Glitzervorhang, schmierigem Conferencier in Schale und Fliege und einer kleinen Bar, auf der Weinflaschen herumstanden und ein Fernseher lief.

Nach ein paar Eröffnungsnummern aus alten Zeiten — «Chelsea», «There's No Action» und «Green Shirt» — die von der Band im ultrarapiden Amphetaminpunk herunter gedroschen wurden, kam die Sache mit dem drehbaren Songbook. Das gab ein Riesengeläufe auf der Bühne, da die Zuschauer das Rad mit den 40 Songs drehen konnten und so den nächsten Song bestimmten. Wer gewählt hatte, musste in einen Käfig und blieb darin tanzenderweise verbannt, bis das Stück zu Ende war. Zur Belohnung gab's einen Drink. Costello selbst lief wie ein Verrückter auf der Bühne oder im Publikum umher, begann ein grosses Palaver, wenn ihm ein Song nicht passte, schäkerte mit seinen Gästen und bot dabei das unterhaltendste und witzigste Konzert, das ich je gesehen habe. Es waren vor allem die alteren Songs, die zur Auswahl standen, — sein neueres Material hone er schon am Vorabend in einem brillanten Solo-auftritt, an dem man zu keiner Zeit die Begleitband vermisste, vorgetragen. Und es gab lustige Covers: «Wild Thing» von den Troggs, «Ferry Across The Mersey» von den Pacemakers, «Pop Life» von Prince und allerlei Obskures zum Entdecken. Es war nicht immer sehr genau, was die «Attractions» auf ihr erstauntes, zuletzt hingerissenes Publikum losliessen, aber Costellos Stimme war besser denn je.

Die Sache ist ziemlich einfach, wie sich später backstage herausstellte: Elvis Costello ist über beide Ohren in seine Cait verliebt und zeigt sich, nach all den Jahren der Wut und des Misstrauens, von seiner allerbesten Seite. «What's So Funny About Peace, Love and Understanding» song er als dritte Zugabe. Gar nichts, Elvis. Aber es hat Dir gutgetan.


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Music Scene, February 1987


Jean-Martin Büttner reviews Elvis Costello & The Attractions, Monday, November 17, 1986, Teatro Cristallo, Milan, Italy.

Images

1987-02-00 Music Scene page 21 clipping 01.jpg
Clippings.

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