Musikexpress, March 1979

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Musikexpress

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Elvis Costello

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   Gunther Matejka

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Es kommt selten vor, daü ich mit derart verzücktem Lächeln unter meinem Kopfhörer sitze. Elvis Costello schält sich zusehens aus seiner ursprünglichen Introvertiertheit, und sein Produzent Nick Löwe (wer sonst?) wandelt auf den Spuren des genialen Phil Spector. Elvis griff diesmai zielstrebig wie nie zuvor in die traditionellen Pop-Harmonien allerfeinster Machart, um sie vor jenem Wall of Sound auszubreiten, zu dem Nick Löwe die früher eher spartanisch arbeitenden Attractions hier erfolgreich anspornte.

Mit Perfektion und Intelligenz verarbeitet dieses Wahnsinns-Team Pop-Kultur von Buddy Holly bis zu den Beatles. Das Schmachten dreie. Teenagergenerationen wird lebendig. Pure Nostalgie also oder gar Edelkitsch? Auf keinen Fall, würde ich sagen. Warum kann man gute Harmoniefolgen nicht aus ihrer ursprünglichen Ära lösen, wenn man sie heute noch genauso intensiv erleben kann? Und was den Kitsch betrifft, sind Löwe und Costello viel zu clever, um irgendwelche diskriminierenden Grenzen zu überschreiten.

Der "Buddy Holly on the rocks" hat sich für dieses Album auf ein kommerzielles Umfeld begeben, das eine Horde von Abba- und Smokie-Fans auf den rechten Weg bringen könnte, wenn sie bloß mal zuhören würden. Ob "Accident Will Happen", "Green Shirt'", "Senior Service" oder "Oliver's Army": Costello und Löwe beweisen, daß man dem Publikum mitten ins Herz zielen kann, ohne vorher den Kopf abzugeben.

Elvis Costello und Nick Löwe nenne ich übrigens immer in einem Atemzug, weil ich überzeugt bin, daß Lowe's stilistischer Einfluß auf Elvis Costello nicht zu unterschätzen ist. Löwe ist ein Filou. Was er alles will und kann, bewies er nicht nur auf seiner LP Jesus Of Cool, einem Sammelsurium unterschiedlichster Ideen und Ambitionen, sondern bereits bei zahlreichen Aktivitäten als Produzent. Einer seiner jüngsten Geniestreiche war bekanntlich Seite 1 der Mickey Jupp-LP "Juppanese". Negativ ausgedrückt: Er hat so viele Maschen drauf, daß man nie weiß, wo er demnächst seinen Stempel hinterläßt. Elvis hat er bisher jedenfalls gut getan, weil seine Persönlichkeit unter all der Lowe-Power nicht gelitten hat.

Übrigens haben wir die Rückseite vom Cover abgedruckt. Das Ding ist vorn nämlich zusammengefaltet (aber wie?) und enthält noch eine EP mit Live-Aufnahmen von "Accidents Will Happen", "Alison" und "Watching The Delectives" sowie vier Postkarten. Zufrieden?


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Musikexpress, March 1979


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