Rolling Stone Germany, January 2003

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Rolling Stone Germany

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Armed Forces, Imperial Bedroom,
Mighty Like A Rose

Elvis Costello

Arne Willander

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Jetzt geht es an die Kronjuwelen. Nach der eigenwilligen Logik der Costelloschen Werkausgabe letzter Hand sind die elaborierten Alben an der Reihe, bei denen der charakteris-tische Attractions-Sound teils durch Instrumentierung, teils durch Produktionsfinessen verfeinert und erweitert wurde. Die Erfahrungen der Amerika-Reisen nebst Hören von Iggy & The Stooges, David Bowie, Kraftwerk und Abba-Compilations führte nicht eben linear zu Armed Forces (*****), das im Herbst 1978 unter Leitung von Nick Lowe aufgenommen wurde. Costello schrieb seine Songs angeblich an Raststätten, in Hotelzimmern und auf nächtlichen Busfahrten, benutzte Schlagzeilen, Situiationsbeobachtungen und aufgeschnappte Slogans, die er mit sei-nen spätpubertären Idiosynkrasien vermischte. Explosiv, wie „Accidents Will Happen", „Party Girl", „Goon Squad" und „Busy Bodies" belegen. Den vorzüglichen Titel Emotional Fascism nahm Elvis leider ebenso zurück wie das wirre Farbklecks-Cover. Costellos Ehe fiel in Trümmer, „a girl arrived an my doorstep from America", wie Elvis unschuldig schreibt — ein Mädchen, das später diese großartig verdrehten und bösen Lieder inspiriert haben wollte. Natürlich muss Costello auch diese Peinlichkeit kommentieren, um zu schließen: „I had no way of knowing that this flirtation with disgrace was just about to being."

Elvis Bekenntnissucht ist produktiver, wenn es um sein Schaffen geht. So die Notizen zur Entstehung seines bis dahin kompliziertesten und komplettesten Albums, Imperial Bedroom (1982, *****), das die meisten Kritiker für sein allerbestes halten — ich übrigens nicht: Es ist sein raffiniertestes. Costello komponierte mittlerweile am Piano, hörte Sinatra, Rodgers & hart, Billie Holiday und Erik Satie, und produzieren ließ er vom Beatles-Intimus Geoff Emerick. Den Sound und die ziselierten Arrangements hatte er sich freilich selbst ausgedacht, doch am Beispiel der Demos von „Kid About lt", „Little Savage", „Tears Before Bedtime", insbesonde-re aber vom famosen „Beyond Belief" (das zunächst „The Land Of Give And Take" hieß, sonst aber bereits vollendet war) und von „Town Cryer" lässt sich studieren, wie sehr die Stücke im Studio verändert wurden. Es war manchmal ein Unterschied ums Ganze.

Nach den Großtaten der 80er Jahre war Mighty Like A Rose (1991, ****) ein zugleich überambitioniertes und hybrides Album. Sehr symapthisch. Nicht alle Stücke sind im Rohzustand dokumentiert, und so kann man nicht verfolgen, wie Elvis des Wahnsinns bärtige Beute wur-de: „Hurry Down Doomsday", „All Grown Up", „Invasion Hitparade" waren weiter jenseits der Grenzen, als Brian Wilson es je gewesen war. Die Arbeit mit McCartney fand mit dem unwi-derstehlich verzuckerten „So Like Candy" ihren Abschluss, und „How To Be Dump" und „Couldn't Call lt Unexpected No. 4" zählen zu den großen 20. Na, 30.

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Rolling Stone Germany, January 2003


Arne Willander reviews the Rhino reissues of Armed Forces, Imperial Bedroom and Mighty Like A Rose.

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Clipping.

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Illustration by Ian Pollack.

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Cover.

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